Die Methode

Was ist das Angwendungsgebiet?

Die Methode wurde für das Lösen von praktischen, organisatorischen Strategie- und Prozessproblemen entwickelt. Das sind Probleme, mit denen sich etwa Manager oder Politiker beschäftigen, genauso aber jene, die einem im Alltag begegnen. In diesem Sinne kann die Methode sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich eingesetzt werden. Sie erlaubt es, in Gesprächen Probleme zu erkennen, und diese systematisch zu lösen. Weniger bzw. nicht geeignet ist die Methode für technische, psychologische und mathematische Probleme.

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Wer wendet die Methode an und braucht man hierfür ein Training?

Die Methode ist gewinnbringend für jeden, der von einem klaren Problemverständnis und zahlreichen brauchbaren Lösungsvorschlägen profitiert. Die systematische Problemlösung mit MikaSolv kommt zum Beispiel Unternehmensberatern und Coaches zugute, die MikaSolv direkt auf die Probleme ihrer Kunden – und gemeinsam mit diesen – anwenden können. Genauso aber leitenden Beamten, Führungskräften in Unternehmen und Menschen in der Politik, die Problemverständnis und Lösungsideen bei der Organisation und der Mitarbeiterführung einsetzen können. Für eine routinierte, effektive Anwendung sind das Absolvieren eines Trainings sowie einige praktische Übung notwendig.

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Wie läuft eine Problemlösung mit MikaSolv ab?

Mindestens ein Problemexperte und mindestens ein MikaSolv-Berater setzen sich zusammen, um eine Problemstellung zu bearbeiten.

Im ersten Schritt geht es um die „Problem-Story“ und das Kernproblem: Im (beruflichen) Alltag kommt es meist vor, dass Informationen über Probleme nicht in Form einer sauberen Problemdefinition, sondern als ungeordnete, unklare „Geschichte“ auf uns zukommen. Es ist dann wichtig, hierin das Kernproblem oder mehrere zu erkennen. Dies ist eine Fähigkeit, die methodisch unterstützt sowie vermittelt und geübt werden kann. Mithilfe von Werkzeugen aus der Methode wird das Kernproblem also eingangs identifiziert, vereinfacht und klar formuliert.

Mit einem sauberen Kernproblem zu starten ist deshalb so wichtig, weil dies das Fundament für die gesamte folgende Lösungsfindung ist.

Im zweiten Schritt werden die Problemtypen und –gruppen bestimmt. Diese sind eine von mir entwickelte Klassifikation, die es ermöglicht, Probleme „in der Sprache der Methode“ zu formulieren. Das ist Voraussetzung für die Sortierung oder Filterung: Innerhalb der 54 Lösungsprinzipien oder –karten sollen genau jene gefunden werden, die für die Lösung des vorliegenden Problems besonders nützlich und anwendbar sind; auf diese werden sich der der MikaSolv Berater und der Problemkenner im weiteren Ablauf konzentrieren.

Die hier angesprochenen 54 Lösungsprinzipien sind das Ergebnis einer umfassenden Sammlung, Dokumentation und Analyse guter Ideen im Kontext der praktischen Problemlösung. Es sind abstrakt formulierte Lösungsansätze, die sich beim Lösen von Problemen in anderem Zusammenhang bereits vielfach bewährt haben. Für die praktische Anwendung stehen die 54 Lösungsstrategien als Kartendeck zur Verfügung.

Der MikaSolv Berater geht nun mit dem Problemkenner (bzw. der Gruppe) die Auswahl dieser Karten durch und stellt anhand dieser „die richtigen Fragen“, dh. er bringt den Problemkenner nahe an mögliche Lösungen heran. Dieser nutzt sein Wissen, um jeweils einzuschätzen: Was kann dieser Ansatz für das vorliegende Problem bedeuten? Wäre der daraus entstehende Lösungsvorschlag vielversprechend? Interessante Lösungsideen werden sodann notiert und im Anschluss weiter verfolgt.

Mit dieser Methode wird die Problemlösung von der offenen Suche und dem „Blick in den blauen Himmel“ – wie es etwa im Brainstorming, aber nicht nur dort praktiziert wird – zu einer Auswahl von geeigneten Lösungen aus einer überschaubaren, bewährten Liste.

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Gibt es wissenschaftliche Belege für das Funktionieren der Methode?

Zur Überprüfung der Anwendbarkeit und Effektivität von MikaSolv führten wir im Jahr 2012 eine zweiteilige Studie durch. Dazu wurde in zwei Laborversuchen – Teil eins im Mai und Teil zwei im November – die Leistungsfähigkeit einer mittels Methoden-Crashkurs geschulten Gruppe mit der Leistungsfähigkeit einer nicht speziell geschulten Gruppe vergleichen. Diese Untersuchung wurde durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert und mit dem Grazer Institut für Innovations- und Trendforschung (IITF) durchgeführt. Die Bewertung der Ergebnisse erfolgte im Mai wie auch im November durch eine dreiköpfige Expertenjury, die die anonymisierten Lösungsideen in den Kategorien Kreativität und Brauchbarkeit bewerteten. Das Ergebnis: Von der MikaSolv-Gruppe wurden insgesamt mehr Lösungen und mehr als brauchbar eingestufte Lösungen gefunden; die von dieser Gruppe gefundenen Lösungen wurden von der Jury als kreativer (plus 16%) und als brauchbarer (plus 15%) eingestuft.